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Falk Lenn | 03/2004
Auf diesem Album wird man 72 Minuten lang in die Welt der Radiowellen entführt. Der Projektname „833-45“, hinter dem Kevin Krebs (28) aus Vancouver steckt, bezieht sich auf den „PSR B0833-45“ (auch Vela Pulsar genannt), ein starker Pulsar (Kurzform für „pulsating source of radio“), einer von jenen hoch magnetisierten Neutronensternen, die Radiowellen in fixen Intervallen brechen. Eine Sammlung von rätselhaften Sendungen und Übertragungen, die uns durch das Medium Radio umgeben, werden in dieser Veröffentlichung nach jahrelanger Aufnahmearbeit gebündelt und transformiert. Kevin Krebs benutzte dazu multiple Empfänger. Stimmen, Brummen, Zischen und hinter Rauschen verborgene gesendete Musikstücke erwarten den Zuhörer, ebenso wie manche rhythmische Begleitung durch Percussions oder einer Sample-E-Gitarre. Höhepunkt des Albums ist das vorletzte Stück namens „Solar Maximum“, welches das Radiogrundrauschen mit einem an das „Omm“ aus der Meditation erinnernden Grundton, einem Didgeridoo und einem leicht frickeligen, aber beständigen Rhythmus kombiniert. Heraus kommt meditative Musik der besonderen Art. Dieser Trip durch den Äther ist eine fast schon übersinnliche Erfahrung. Man kann sich bildlich vorstellen, wie Krebs gebannt vor seinen Empfängern hockte, um die mystischen Geräuschwelten zu verfolgen, welche Radiowellen unter Beeinflussung aus dem All erzeugen können. Die Namen der fließend ineinander übergehenden Klangkulissen sprechen Bände: „A perfectly reflecting flat Earth“, „Peak Sunspot Activity“, „Geomagnetic Disturbance“, „Interference Monitoring“, „Schumann Resonance New Star“ oder „Coronal Mass“. Der Name dieses Albums bezieht sich im übrigen auf den Solarzyklus Nummer 23 (1999 begonnen, als Kevin Krebs sein Projekt startete, und bis heute aktiv). Solarzyklen sind Zeiten, in denen besonders starke Leuchtsignale und Sonnenflecken auftauchen, die Radiosignale stören können. Diese CD macht neugierig auf Astrophysik.