reviews
Marc Weidenbaum | 02/2005
Bedroom musicians honing ambient textile music on their sticker-emblazoned laptops often listen back to the masterpieces of Brian Eno and wonder how, exactly, especially during those distant pre-PowerBook times, he achieved the levels of aural thoroughness and opacity, clarity and haze, texture and gloss that are the hallmarks of his work. They comfort themselves with the thought that perhaps the alchemical secret is just a matter of the surface noise from the tape on which it was all archaically recorded. Those same musicians won't find much comfort in a new album by one of their contemporaries, Lomov, aka Axel Bergk. Holzwege, just out on the Autoplate netlabel, as of January 18, 2005, produces a realm of sound as dense as the philosophical Heidegger fable from which it reportedly takes its name. The full recording, eight tracks total, over one hour from end to end, has the sway and pulse of beat-oriented music, but those beats are steady and dispersed enough to be rendered close to invisible, mere ripples in the fabric, itself a lush pile built of tattered layers. Lomov virtually slows the metronome to the point that the music becomes an unmapped, verdant space unto itself, broken on rare occasion by splints of illumination. Really stunning stuff. Download the album from its autoplate.org page, complete with cover art. More on Lomov at lomov.gmxhome.de, and take time to check out the lovely, tree-lined video linked to from his site's "snd" page.
http://www.disquiet.com
click here for more reviews
Ernst Mayer | 04/2005
Zahlreiche Philosophen machten sich Gedanken über die Natur des Waldes, stellvertretend für die Beschaffenheit der Wirklichkeit. Ernst Jünger ("Der Waldgang") sinnierte über die menschliche Wahrnehmung der Realität ebenso wie etwa Martin Heidegger. Letzterer steht auch für Lomovs Albumtitel "Holzwege" Pate. Lomov aka Axel Bergk studierte Philosophie, sein Fachgebiet ist die Erkenntnistheorie. So wundert es niemand, daß sein CD-Begleittext etwas hochgebildet und eklektizistisch daherkommt. Lomovs bionisches Konzept der Imitation echter "Field Recordings" soll den Hörer anregen, seine eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Kann unser Gehör zwischen echten Feldgrillen und Software-generierten unterscheiden? Wie erkennen und verarbeiten wir Realität?
Wem die wissenschaftliche Vorraussetzung für solch Gehirnakrobatik fehlt, der kann sich trotzdem getrost in "Holzwege" hineinfallen lassen wie in weiches Moos. Das Knacken der Zweige ("Unterholzland"), das Knistern der Blätter, das Zirpen der Insekten ("Weidenfels") und das Prasseln des Regens ("Hochwaldregen"): Mäandernd mischt Lomov die - mittels Technologie der Natur nachgebildeten - "bionischen" Geräusche zu einem waldgrünen Kaleidoskop moderner Programmusik.
Doch unter all der saftigen Grünheit des künstlich erschaffenen Waldes lauert – wie im echten organischen Wald – unmittelbare Gefahr ("Dolmen"). Die Closeup-Kamera, unser geistiges Auge, kriecht in Zeitlupe durch das Unterholz hinein in die Erde und scheucht dabei Käfer, Larven und ekliges Gewürm auf, das besser unentdeckt geblieben wäre. Der Duft frischer Fäulinis steigt uns in die Nase, ein Zeugnis ewigen Kreislaufs. Die Temperatur fällt und dunkle Wolken verhüllen das Antlitz der Sonne.
Zurück an der Oberfläche: Das eigentlich Neue an Lomovs Herangehensweise ist also die digitale Neuerschaffung einer authentisch-akustischen Welt. Statt wie Musique-Concrete-Traditionalisten (Hazard, Disinformation, Seti, etc) mit Dat-Recordern durch den Wald zu stapfen und echte "Field Recordings" aufzunehmen, sitzt Axel Bergk gemütlich in seinem Homestudio und läßt Software die Geräusche rendern. Spätestens seit "Matrix" wissen alle: Wir leben in einer Zeit, in der Realität beliebig erzeugt werden kann. Es wird daher immer wichtiger sich ganz bewußt zu vergegenwärtigen, was in Wahrheit real ist und was nicht. Lomovs "Musique Bionique" trägt wesentlich zur Erkenntnisfindung bei und der gewissenhafte Hörer wird den echten Wald, wenn er ihn durchwandert, mit anderen Ohren hören, die tausenden kleinen Geräusche bewußter wahrnehmen. Versprochen.
http://www.evolver.at/?story=1818
Bernhard | 09/2005
DAS. Ist der Soundtrack meines Sommers. Nun denkt. Was ein komischer Sommer. Ist doch eher Herbstmusik. Zumindest eher nasskalt. Und doch. Verzichtend auf jegliche Naturgeraeusche. Oder plumpe Nachahmungen. Ist glaube ich so nah an Naturbeobachtung. Wie moeglich. Hoeren hoeren hoeren. Dann in den Wald gehen. Wie neu. Anders. Bewusstseinserweiternd, doch!
http://windwalzer.kulando.de/post/2005/09/19/lomov_-_holzwege_lp
Marc Teppo | 09/2005
On the flip-side, Lomov's Holzwege (offered through Thinner's binary double, Autoplate) is definitely a head trip with little opportunity for butt wiggling. Launched from a discussion on reality by Martin Heidegger, Holzwege examines the forest from a musical perspective, attempting to show us a reality of trees through aural clues. Heidegger argued that one could never really know a forest as a whole and that one could only know the basic portion around yourself. "Weidenfels" hums with the tiny voices of birds while "Sommersumpf" eases and exhales with wind through the treetops, carrying with it a breath of scarred and pitted melody. Tiny chirps of sound like small animals routing through the dead leaves stirs up "Hochwaldregen" while the wind is stronger, blowing the leafy tops of trees into a streaming, swaying field of fluttering sound. I started off giving this one four stars, but in the end I was so lost in the woods, I had to pull one more out of my pocket so as to find my way home again by its light. Excellent.
http://igloomag.com/document.php?task=view&id=1025&category=reviews&author=
Obstsalat | 09/2005
Die Prozesse der Natur, von denen man kaum etwas mitkriegt, aber überzeugt ist das sie mitunter die schönsten sind die um einen herum passieren, haben keinen Namen. Hätten sie aber einen, dann wären es sicherlich Titel von Lomov. Soebengenannter scheint um die Welt gereist zu sein, um Zeuge dieser Momente zu werden und um sie zu filmen. Nach seiner Rückkehr sind leider die Bilddaten verloren gegangen, zum Glück aber ist die Tonspur noch erhalten geblieben.
http://obstsalat.blogspot.com/2005/01/lomov-holzwege-lp-apl028.html
|
|
|